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<title>Pantheismus</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Pantheismus</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Der Ausdruck <b>Pantheismus</b> oder <b>Pantheïsmus</b> (von <a href="Altgriechische_Sprache" title="Altgriechische Sprache">altgriechisch</a> <span lang="grc-Grek" class="Grek">πᾶν</span> <i>pān</i> „alles“ sowie <span lang="grc-Grek" class="Grek">θεός</span> <i>theós</i> „Gott“)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> bezeichnet religionsphilosophische Lehren, in denen die Allheit des Seins an Stelle des Gottesbegriffs steht. Je nach Wortwahl wird die Natur, der Kosmos, die Welt mit dem Begriff „<a href="Gott" title="Gott">Gott</a>“ gleichgesetzt. Es ist kein <a href="Person" title="Person">persönlicher</a> bzw. <a href="Personifikation" title="Personifikation">personifizierter</a> Gott vorhanden. Die Allheit des Seins benötigt gewissermaßen keinen Schöpfer, sondern ist in sich vollkommen als das Göttliche zu betrachten.<sup id="cite_ref-:0_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Gegenüber den dualistischen Denkweisen und insbesondere gegenüber der jüdisch-christlichen Schöpfungstheologie werden in pantheistischen Denkweisen die Natur und deren wissenschaftlich beobachtbare Wesentlichkeiten nicht als getrennt von Göttlichkeit betrachtet, vielmehr ist die Natur immanent göttlich.<sup id="cite_ref-Bollacher_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-Bollacher-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Als Sammelname für eine Vielzahl von Erscheinungsformen ist „Pantheismus“ in historischer wie systematischer Hinsicht ein unscharfer Begriff: Je nach Ausprägung berührt sich der Pantheismus mit dem <a href="Atheismus" title="Atheismus">Atheismus</a> und <a href="Materialismus" title="Materialismus">Materialismus</a>, dem <a href="Akosmismus" title="Akosmismus">Akosmismus</a>, dem <a href="Monismus" title="Monismus">Monismus</a> und der <a href="Mystik" title="Mystik">Mystik</a>, dem <a href="Panentheismus" title="Panentheismus">Panentheismus</a> oder dem <a href="Panpsychismus" title="Panpsychismus">Panpsychismus</a>.<sup id="cite_ref-Bollacher_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-Bollacher-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Während im Pantheismus die Allheit des Seins das Göttliche ist, geht der Panentheismus davon aus, dass die Allheit des Seins aus Gott hervorgeht und Gott der Welt innewohnt, aber größer als die Welt sei.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Panpsychismus hingegen hat keinen religiösen Bezug, sondern ist ein Oberbegriff für <a href="Metaphysisch" class="mw-redirect" title="Metaphysisch">metaphysische</a> Theorien der <a href="Philosophie" title="Philosophie">Philosophie</a>, die die Existenz einer materiellen und einer <a href="Geist" title="Geist">geistigen</a> Seite allen Seins annehmen. Pantheismus, Panentheismus und Panpsychismus sind jedoch häufig schwer voneinander abzugrenzen.
</p><p>Der von Seiten der <a href="Theologie" title="Theologie">Theologie</a> häufig vorgebrachte Einwand, dass der Pantheismus (deutsch auch „Allgottlehre“) identisch mit dem <a href="Atheismus" title="Atheismus">Atheismus</a> sei, ist in dem Sinne gerechtfertigt, dass kein von der Welt verschiedener Gott angenommen wird; es ist jedoch je nach Ausprägung nicht immer so, dass überhaupt kein Gott bzw. göttliches Prinzip angenommen wird.<sup id="cite_ref-Meyers_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-Meyers-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Materie soll im Pantheismus nicht auf das menschliche Konzept von Gott reduziert werden. Der Begriff der Göttlichkeit wird vielmehr oft verwendet, um die emotional spirituelle Mächtigkeit der tiefgründigen Erfahrung im Umgang mit der untrennbar tiefverbundenen Einheit mit aller Materie zu unterstreichen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zum_Begriff">Zum Begriff</h2></div>
<p>Der Begriff entstand in der Zeit der <a href="Aufkl%C3%A4rung" title="Aufklärung">Aufklärung</a> und geht auf den britischen Philosophen <a href="John_Toland_(Philosoph)" title="John Toland (Philosoph)">John Toland</a> zurück, der ihn 1709 als Ausdruck seiner religiösen Überzeugung schuf. Er <a href="Axiom" title="Axiom">postulierte</a>, „es gebe kein von der Materie und diesem Weltgebäude unterschiedenes göttliches Wesen, und die Natur selbst, d. h. die Gesamtheit der Dinge, sei der einzige und höchste Gott.“<sup id="cite_ref-:0_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1720 schrieb er sein Werk <i>Pantheisticon</i>, in dem er Ideen aus der <a href="Orphiker" title="Orphiker">Orphik</a> mit solchen des <a href="Hylozoismus" title="Hylozoismus">Hylozoismus</a> kombinierte.
</p><p>In der zweiten Hälfte des 18. Jh. wurden „<a href="Spinozismus" title="Spinozismus">Spinozismus</a>“ und „Pantheismus“ oft synonym gebraucht, denn <a href="Baruch_de_Spinoza" title="Baruch de Spinoza">Baruch de Spinoza</a> hatte eine Gleichsetzung von Gott und Natur („<a href="Deus_sive_Natura" title="Deus sive Natura">Deus sive Natura</a>“, „Gott oder (auch) Natur“) vertreten. In den <a href="Pantheismusstreit" title="Pantheismusstreit">Pantheismusstreit</a>, der von <a href="Friedrich_Heinrich_Jacobi" title="Friedrich Heinrich Jacobi">Friedrich Heinrich Jacobi</a> 1785<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> mit seiner These der Übereinstimmung von Pantheismus und Atheismus ausging, waren als seine Kontrahenten bekannte Anhänger der <a href="Vordenker_der_Aufkl%C3%A4rung" title="Vordenker der Aufklärung">Aufklärung</a>, wie <a href="Moses_Mendelssohn" title="Moses Mendelssohn">Moses Mendelssohn</a>, <a href="Johann_Gottfried_Herder" title="Johann Gottfried Herder">Johann Gottfried Herder</a> und <a href="Immanuel_Kant" title="Immanuel Kant">Immanuel Kant</a>, verwickelt.
</p><p><a href="Monotheismus" title="Monotheismus">Monotheistische</a> Denker, die an einen persönlichen Gott glaubten, wandten die Zuschreibung <i>Pantheist</i> <a href="Polemik" title="Polemik">polemisch</a> gegen Autoren, die den von ihnen vertretenen Unterschied zwischen Gott und der Welt bzw. der Natur nicht hinreichend betonten. Sie bezeichneten alle Schriftsteller und Gelehrten, die von Spinoza beeinflusst waren, abwertend als „Pantheisten“, so etwa <a href="Johann_Wolfgang_von_Goethe" title="Johann Wolfgang von Goethe">Johann Wolfgang von Goethe</a> und zahlreiche Vertreter der <a href="Romantik" title="Romantik">Romantik</a> und des <a href="Biedermeier" title="Biedermeier">Biedermeier</a>. Tatsächlich liefern die Werke genannter Personen aber unabhängig von der in Abwertung dargestellten Verbindung zum Pantheismus deutliche Hinweise auf deren wirkliche pantheistische Weltsicht.
</p><p><a href="Jean_Guitton" title="Jean Guitton">Jean Guitton</a> (1901–1999) schrieb, jeder <a href="Atheismus" title="Atheismus">Atheismus</a> sei eine Form von Pantheismus, da der Gottesbegriff <i>irgendwie</i> in die Welt hinein gelegt werde. Laut <a href="Geo_Widengren" title="Geo Widengren">Geo Widengren</a><sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> entwickelt sich aus dem Pantheismus der <a href="Polytheismus" title="Polytheismus">Polytheismus</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Pantheistische_Denkweisen">Pantheistische Denkweisen</h2></div>
<p>Bereits in der <a href="Philosophie_der_Antike" title="Philosophie der Antike">Antike</a> entwickelten die <a href="Vorsokratiker" title="Vorsokratiker">Vorsokratiker</a> eine <a href="Naturphilosophie" title="Naturphilosophie">Naturphilosophie</a>, die auch <a href="Seele" title="Seele">Seele</a> und Göttliches miteinbezog. Auch <a href="Platon" title="Platon">Platons</a> <a href="Kosmologie" title="Kosmologie">Kosmologie</a> der <a href="Weltseele" title="Weltseele">Weltseele</a> kann teilweise pantheistisch gedeutet werden. Der <a href="Neuplatonismus" title="Neuplatonismus">Neuplatoniker</a> <a href="Plotin" title="Plotin">Plotin</a> betonte das <i><a href="Das_Eine" title="Das Eine">All-Eine</a></i> und war damit ein direkter Vorgänger der Pantheisten. Die <a href="Stoa" title="Stoa">Stoiker</a> betrachteten den <a href="Logos" title="Logos">Logos</a> als universelles Vernunftprinzip, das Göttliche, welches auch in jedem Menschen sei. Im <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> gab es, anknüpfend an Plotin, vereinzelt pantheistische Tendenzen, z. B. bei <a href="Nicolaus_von_Kues" class="mw-redirect" title="Nicolaus von Kues">Nicolaus Cusanus</a>. In der frühen Neuzeit betrachtete <a href="Giordano_Bruno" title="Giordano Bruno">Giordano Bruno</a> das Göttliche als Teil des ewigen Kosmos, wobei sich Göttlichkeit in allen Dingen offenbare.
</p><p>Als Schöpfer eines <a href="Sufismus" title="Sufismus">sufischen</a> Pantheismus gilt der im 9. Jahrhundert lebende persische Mystiker <a href="B%C4%81yaz%C4%ABd_Bist%C4%81m%C4%AB" title="Bāyazīd Bistāmī">Bāyazīd Bistāmī</a>.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch die <a href="Islamische_Philosophie" title="Islamische Philosophie">islamische Philosophie</a> <i><a href="Wahdat_al-wudsch%C5%ABd" title="Wahdat al-wudschūd">Wahdat al-wudschūd</a></i> wird vielfach als pantheistische Lehre betrachtet; im modernen <a href="Persisch" class="mw-redirect" title="Persisch">Persisch</a> ist der Begriff synonym mit Pantheismus.
</p><p>Auch aus den <a href="Ethnische_Religion" class="mw-redirect" title="Ethnische Religion">ethnischen Religionen</a> nicht-europäischer Kulturen sind pantheistische Vorstellungen bekannt, so etwa die als <a href="Manitu" title="Manitu">Kitchi Manitu</a> bezeichnete, den gesamten Kosmos durchdringende <i>Große Kraft</i> der <a href="Algonkin" title="Algonkin">Algonkin</a>-Indianer oder <a href="Wakan" title="Wakan">Wakan Tanka</a>, ein sehr ähnliches Konzept der <a href="Sioux" title="Sioux">Sioux</a>-Indianer Nordamerikas.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Pantheismus_in_der_Gegenwart">Pantheismus in der Gegenwart</h2></div>
<p>Im 20. Jahrhundert gehörten <a href="Frank_Lloyd_Wright" title="Frank Lloyd Wright">Frank Lloyd Wright</a>, <a href="Neale_Donald_Walsch" title="Neale Donald Walsch">Neale Donald Walsch</a> und <a href="Arnold_J._Toynbee" title="Arnold J. Toynbee">Arnold Toynbee</a> zu den Vertretern des Pantheismus. Auch <a href="Albert_Einstein" title="Albert Einstein">Albert Einstein</a> („<a href="Gott_w%C3%BCrfelt_nicht" title="Gott würfelt nicht">Gott würfelt nicht</a>“) stand pantheistischem Denken nahe, verstand er sich selbst doch nicht nur als konfessionslos, sondern bekannte sich explizit auch als <a href="Spinozismus" title="Spinozismus">Spinozist</a><sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und zu einer „kosmologischen Religiosität“.<sup id="cite_ref-Bollacher_3-2" class="reference"><a href="#cite_note-Bollacher-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit dem wachsenden Bewusstsein für Umweltproblematiken im späten 20. Jahrhundert erstarkte der Pantheismus, unter anderem auch als Alternative zu <a href="Christentum" title="Christentum">Christentum</a> und reinem Atheismus.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Große pantheistische Organisationen gibt es bislang wenige. Herauszustellen sei das seit längerem bestehende <i>World Pantheist Movement</i>, welches von Paul Harrison gegründet wurde und vor allem in den USA aktiv ist. Im Jahr 2018 hat sich ein überregionaler Verein in Deutschland gegründet, die <i>Liga der Pantheisten</i>, der versucht, Pantheisten und Panentheisten im deutschsprachigen Raum eine Stimme zu geben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Pantheismus_und_die_Freireligiöse_Bewegung"><span id="Pantheismus_und_die_Freireligi.C3.B6se_Bewegung"></span>Pantheismus und die Freireligiöse Bewegung</h2></div>
<p>Laut Eigendarstellung der <a href="Freireligi%C3%B6se_Bewegung" title="Freireligiöse Bewegung">Freireligiösen Bewegung</a> gibt es unter den Freireligiösen auch Pantheisten und pantheistische Gottesvorstellungen.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kritik_am_Pantheismus">Kritik am Pantheismus</h2></div>
<p>Jacques de La Faye verfasste 1709 eine Streitschrift gegen den Pantheismus Tolands. Auch <a href="Gottfried_Wilhelm_Leibniz" title="Gottfried Wilhelm Leibniz">Gottfried Wilhelm Leibniz</a> kritisierte Toland und seinen „Pantheismus“, da er über die Welt rede wie über Gott.
</p><p><a href="Arthur_Schopenhauer" title="Arthur Schopenhauer">Arthur Schopenhauer</a> (1788–1860) kritisierte Pantheismus als „<a href="Euphemismus" title="Euphemismus">Euphemie</a> für <a href="Atheismus" title="Atheismus">Atheismus</a>“: „Ein unpersönlicher Gott ist gar kein Gott, sondern bloß ein missbrauchtes Wort.“<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ebenso beschrieb zu Beginn des 21. Jahrhunderts <a href="Richard_Dawkins" title="Richard Dawkins">Richard Dawkins</a> Pantheismus als aufgepeppten Atheismus („sexed-up Atheism“).<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Während der traditionelle Gottesbegriff im <a href="Theismus" title="Theismus">Theismus</a> von einer völligen Unterschiedenheit von Gott und Welt ausgeht, glaubt der Pantheismus, die Welt mit Gott identifizieren zu können. Dagegen halten christliche Theologen daran fest, dass weder die Welt mit Gott noch Gott mit der Welt identifiziert werden könne. Wenn Gott im „Endlichen“ gründe, werde die <a href="Transzendenz" title="Transzendenz">Transzendenz</a> Gottes – ein nach christlicher Überzeugung wesentliches Kennzeichen – aufgehoben.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Für die katholische Kirche entschied das <a href="Erstes_Vatikanisches_Konzil" title="Erstes Vatikanisches Konzil">Erste Vatikanische Konzil</a> 1870, dass man Gott „als wirklich und wesentlich von der Welt verschieden verkünden“ müsse („praedicandus est re et essentia a mundo distinctus“, DS 3001).<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Gegen den Pantheismus werden von <a href="Christliche_Philosophie" title="Christliche Philosophie">christlichen Philosophen</a> zudem folgende Kritikpunkte vorgebracht:<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Wenn alle Dinge „in Gott“ wären, müssten sie – aufgrund der absoluten <a href="Notwendigkeit" title="Notwendigkeit">Notwendigkeit</a> Gottes und seines „Innenlebens“ – ebenfalls notwendig sein. Damit wäre jede Verantwortlichkeit, insbesondere die für <a href="Das_B%C3%B6se" title="Das Böse">Böses</a>, unmöglich. Menschliche <a href="Freiheit" title="Freiheit">Freiheit</a> wäre damit ebenso ausgeschlossen. Wegen der substanziellen Unselbständigkeit der „Dinge“ wäre dann auch ein auf personaler Selbständigkeit beruhendes menschliches <a href="Selbstbewusstsein" title="Selbstbewusstsein">Selbstbewusstsein</a> nicht vorfindbar.
</p><p>Im Januar 2010 kritisierte der <a href="Heiliger_Stuhl" title="Heiliger Stuhl">Vatikan</a> den Pantheismus aufgrund dessen Verneinung einer menschlichen Überlegenheit über die Natur und warf Pantheisten vor, die Erlösung in der Natur und nicht in Gott zu suchen.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Pandeismus" title="Pandeismus">Pandeismus</a></li>
<li><a href="Animismus_(Religion)" title="Animismus (Religion)">Animismus</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Burkhard_Gladigow" title="Burkhard Gladigow">Burkhard Gladigow</a>: <i>Pantheismus und Naturmystik.</i> In: Rüdiger Bubner u. a. (Hrsg.): <i>Die Trennung von Natur und Geist.</i> Fink, München 1990, ISBN 3-7705-2644-9, S. 119–143.</li>
<li><a href="Heinrich_Scholz_(Logiker)" title="Heinrich Scholz (Logiker)">Heinrich Scholz</a>: <i>Zur ältesten Begriffsgeschichte von Deismus und Pantheismus.</i> In: <i>Preußisches Jahrbuch.</i> Band 142, 1910, S. 318–325.</li>
<li><a href="Bernhard_Maier_(Religionswissenschaftler)" title="Bernhard Maier (Religionswissenschaftler)">Bernhard Maier</a>, Christoph Jamme, Erwin H. U. Quapp: <i>Atheismus</i>. In: <i><a href="Theologische_Realenzyklop%C3%A4die" title="Theologische Realenzyklopädie">Theologische Realenzyklopädie</a></i> (TRE). Band 25, de Gruyter, Berlin / New York 1995, ISBN 3-11-014712-2, S. 624–641.</li>
<li><a href="Jean-Claude_Wolf" title="Jean-Claude Wolf">Jean-Claude Wolf</a>: <i>Pantheismus nach der Aufklärung: Religion zwischen Häresie und Poesie.</i> Alber, Freiburg im Breisgau/München 2013, ISBN 978-3-495-48584-2.</li>
<li><a href="Martin_Bollacher" title="Martin Bollacher">Martin Bollacher</a>: <cite style="font-style:italic">Pantheismus</cite>. In: T. Kirchhoff, Universitätsbibliothek Heidelberg (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Online Encyclopedia Philosophy of Nature/Online Lexikon Naturphilosophie</cite>. 6. November 2020, <a href="Digital_Object_Identifier" title="Digital Object Identifier">doi</a>:<span class="uri-handle" style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.11588/oepn.2020.0.75960">10.11588/oepn.2020.0.75960</a></span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/oepn/article/view/75960/70590">uni-heidelberg.de</a> [abgerufen am 17. November 2020]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Pantheismus&rft.atitle=Pantheismus&rft.au=Martin+Bollacher&rft.btitle=Online+Encyclopedia+Philosophy+of+Nature%2FOnline+Lexikon+Naturphilosophie&rft.date=2020-11-06&rft.doi=10.11588%2Foepn.2020.0.75960&rft.genre=book" style="display:none"> </span></li>
<li>Paul Harrison: <i>Elements of Pantheism</i>. Element Press 1999, ISBN 978-1-4904-9493-7.</li>
<li>Thomas Hanke: <i>Alleinheitslehre</i>, in: Birgit Sandkaulen, Stefan Schick u. Oliver Koch (Hg.), <i>Jacobi-Wörterbuch Online</i>, Version v6 2023, URL=<a rel="nofollow" class="external free" href="https://jwo.saw-leipzig.de/articles/v6/d3d17feb">https://jwo.saw-leipzig.de/articles/v6/d3d17feb</a>, abgerufen am 7. April 2024.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Pantheismus" class="extiw external" title="wikt:Pantheismus">Wiktionary: Pantheismus</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li>William Mander: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://plato.stanford.edu/entries/pantheism/"><i>Pantheism.</i></a> In: Edward N. Zalta (Hrsg.): <i><a href="Stanford_Encyclopedia_of_Philosophy" title="Stanford Encyclopedia of Philosophy">Stanford Encyclopedia of Philosophy</a></i>. 21. Januar 2020 (englisch).</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.liga-der-pantheisten.de/">Liga der Pantheisten e. V.</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Wilhelm Gemoll: <i>Griechisch-deutsches Schul- und Handwörterbuch.</i> München/Wien 1965.</span>
</li>
<li id="cite_note-:0-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-:0_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_2-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">J. Toland: <i>Adeisidaemon, … Annexae sunt ejusdem Origines Judaicae.</i> Den Haag 1709, S. 117: „nullum dari Numen a materia & compage mundi hujus distinctum, ipsamque naturam, sive rerum Universitatem, unicum esse & supremum Deum“. Hier zitiert nach W. Schröder: <i>Pantheismus.</i> In: <i><a href="Historisches_W%C3%B6rterbuch_der_Philosophie" title="Historisches Wörterbuch der Philosophie">Historisches Wörterbuch der Philosophie</a>.</i> Band 7, S. 59–63, hier S. 59.</span>
</li>
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